... die ddp-Jury hat Ihr Urteil gefällt.

Grund genug, um die 22 Experten nach ihren Beobachtungen und Erfahrungen mit den eingereichten Kampagnen zu befragen:

 

Willi Jansen,
Senior Product Manager
Deutsche Post AG


"Das allgemeine Niveau der eingereichten Arbeiten war aus meiner Sicht qualitativ sehr hoch. Trotz Wirtschaftskrise haben die Agenturen und ihre Auftraggeber interessante und wirkungsvolle Maßnahmen konzipiert und umgesetzt. Das Dialogmarketing ist in den Kommunikationsaktivitäten der Unternehmen nicht wegzudenken, erst recht nicht in einer Krise wie der letzten.

Stark war natürlich wieder das Mailing, getoppt wurde dies zahlenmäßig durch die Kategorie "Digitale Medien". Trotz aller elektronischen Alternativen konnten die Mailings wieder mit  aufmerksamkeitsstarken und wirkungsvollen Kampagnen aufwarten. Dies zeigt, dass die Mailings ihren Platz haben und auch zukünftig weiter haben werden.

Für den ddp 2011 wünsche ich mir, dass auch kleinere Agenturen einreichen, um das Rennen um die besten Kampagnen noch spannender gestalten zu können."

Michael Horlacher,
geschäftsführender Gesellschafter
agencyteam Stuttgart GmbH

"Das allgemeines Niveau der Einreichungen war wie in den vergangenen Jahren hoch, dennoch gab es eine Anzahl von Arbeiten, die mit Dialogmarketing nichts zu tun hatten. Responsewerte, die sich auf Youtube-Klicks oder Facebook-Kommentare beziehen, sind nicht ausreichend um beim ddp zu gewinnen.

Diejenigen Kategorien, die durch überdurchschnittliche Qualität auffielen, waren „Dienstleistung“ und „Handel“. Daran mag man ersehen, dass sich Deutschland vom Industrieland zum Dienstleistungsland entwickelt.

Kampagnen spielen fast durchweg in verschiedenen Medien, Social Media, Augmented Reality, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, hält Einzug in den Dialog. Dennoch: Ein Brief kann ausreichen, wenn er eine Idee hat!

Ich hoffe, der ddp 2011 bringt Arbeiten, die mehr Mut zum antizyklischen Vorgehen bei der deutschen Industrie zeigen. Derzeit sind zu viele Marketingetats an die Absatzzahlen gekoppelt."

Detlef Rump,
CCO Proximity Germany

"Die handwerkliche Brillanz ist nochmals besser geworden. In diesem Punkt spielt Deutschland im internationalen Vergleich ganz vorne mit. Es gibt nur ganz selten Ausreißer, die einen erschauern lassen.

Der Blick in die verschiedenen Kategorien zeigt, dass das Niveau bei "Automobilindustrie" stagniert, obwohl diese Kategorie in den letzten Jahren die Königsklasse war. Bei den Branchenkategorien fiel diesmal "Handel" durch Menge und Qualität auf. Top bei den Medienkategorien war eindeutig "integrierte Kampagnen" - CRM, Online und Offline werden mittlerweile von den ganz großen Marken respektabel, weil wirklich ernsthaft, im Gesamtkonzept eingesetzt.

Für den nächsten ddp wünsche ich mir allerdings noch mehr Ungezogenes, Kampagnen oder Einzelmaßnahmen, die den Fuß mal wieder über die Grenze setzen. Einfach mehr Mut!"

Michael Koch,
Executive Creative
Director OgilvyOne worldwide und ddp-Juryvorsitzender

16 Gold-, 17 Silber- und 25 Bronze-Trophäen vergibt die Jury des ddp 2010. Damit erhalten 14 Prozent der 420 Einreichungen eine Medaille. Hinzukommen 22 Auszeichnungen. Jury-Vorsitzender Michael Koch: „Es ist erfreulich, wie viele gute Kampagnen im Krisenjahr 2009 entstanden sind. Und das, obwohl Unternehmen ihre Budgets arg zurückgeschraubt haben und viele Agenturen nur sehr limitiert arbeiten konnten.“

Aufgrund des hohen Niveaus wird auch wieder ein „Best in Show“ gekürt. Dieser geht an die Agentur RMG Connect für die Arbeit „Mailing mit Roman“ (American Express Services Europe). Bei den Top-Agenturen nach Punkten gibt es kaum Überraschungen: OgilvyOne und Wunderman führen das Ranking weiter an, Red Urban steigt auf Platz drei auf und löst DDB Germany Hamburg ab.

Prof. Dr. Thomas Asche,
Duale Hochschule Baden-Württemberg

Die Entwicklung hin zu einer Verknüpfung und Vernetzung der Offline- und Online-Medienwelt ist bei den ausgezeichneten Arbeiten unübersehbar. Das Niveau war allerdings sehr breit gestreut. Es gab einige "Deja-vu"-Einreichungen. Viele gingen aber auch mit neuen faszinierenden Ideen in das Rennen. Qualität ging vor Quantität: Die Agenturen haben sich im Vorfeld wohl schon gut überlegt, ob eine Kampagne überhaupt preisverdächtig sein könnte.
Alle Kategorien waren qualitativ gut besetzt. Insbesondere bei der Automobilindustrie, den Digitalen Medien und der Kundenbindung gab es viele Einreichungen. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass die Auszeichnungswahrscheinlichkeit in den anderen Kategorien höher war.

Für den nächsten ddp-Jahrgang hoffe ich auf viele Einreichungen mit neuen Ideen und Ergebnisdokumentationen. Gerade dies ist spannend, um daraus neue Erkenntnisse für zukünftige Aktionen zu gewinnen.

Olaf Klumski,
Executive Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung
RAPP Germany

Trotz der rückläufigen Einreichungsquote war zu bemerken, dass das allgemeine Niveau der Einreichungen sehr hoch und gut war. Man beobachtet, dass die einreichenden Agenturen stark auf Klasse, statt auf Masse gesetzt haben. Für mich persönlich war die stärkste Kategorie, die der integrierten Kampagnen. Eine Kategorie mit hervorragenden, überraschenden und inspirierenden Kampagnen, die neben der Kreativität auch eine Relevanz in den Zielgruppen erzeugten.

In diesem Jahr waren für mich keine bahnbrechenden neuen Trends zu verzeichnen. Die Trends der letzten Jahre, eine stärkere on- und offline Verzahnung, integriertes Kanal und Medien neutrales Denken, haben sich etabliert und wurden weiter verfeinert.

Für den ddp 2011 wünsche ich mir wieder eine so kompetente und internationale Jury. Die Teilnahme der Vertreter aus Österreich und der Schweiz waren wirklich eine Bereicherung der Jury. Außerdem wünsche ich mir mehr Mut bei den Arbeiten und eine höhere Quote bei den Einreichungen.

Roman Kretzer,
Executive Creative Director und Mitglied der Geschäftsleitung
gkk Dialog Group

Dieses Jahr sehe ich keine "breite" sondern eine eher "schlanke Spitze". Dafür zeigen die entsprechend ausgezeichneten Arbeit qualitativ noch mehr kreative Power sowohl in der strategischen Idee als auch in der handwerklichen Umsetzung. Die stärksten Kategorien sind für mich definitiv "Digitale Medien" und "Dienstleistungen". Hier ist nicht nur die Anzahl der Einreichungen überdurchschnittlich, sondern vor allem auch das kreative Level ­ deutlich höher als in den letzten Jahren. Wie zu erwarten und seit Jahren hinlänglich prognostiziert wird die Kommunikation digitaler und das im überproportional zunehmenden Maß.

Die Kategorie "Automobilindustrie" fiel dieses Jahr sehr dünn aus. Weniger in der Anzahl der eingereichten Arbeiten, als im Endergebnis. Nur drei Arbeiten sind überhaupt zur Auszeichnung gekommen. Das ist für eine aktuell derart geforderte Branche zu wenig.

Wir benötigen für den ddp 2011 eine Vorab-Diskussion, wie wir als Jury in Zukunft Online Kommunikation in der Ergebnisbewertung definieren wollen. Und das vor dem Hintergrund der ursächlichen Aufgabenstellung im Dialogmarketing. Nämlich Dialog zu generieren und nicht nur die häufig angegebenen millionenfachen Clicks.

 

Sabine Scheppach,
geschäftsführende Gesellschafterin
smz Agentur für strategische Markenführung

Rom war eher kalt und ungemütlich - die Arbeiten allerdings in großen Teilen klasse. Vor allem viel Zuwachs auf dem Onlinesektor mit tollen neuen technischen Finessen. Da machte das Jurieren richtig Spaß!

Andreas Klemp,
Geschäftsführer Kreation
Red Urban

Der ddp 2010 zeigte wie bereits in den Vorjahren ein gutes Niveau. Die „Krise“ hatte keine Auswirkungen auf die Qualität. Stärkste Kategorie waren aus meiner Sicht: Dienstleistungen und Digital.

Trends gibt es keine neuen. Die Tendenz der letzten Jahre zu kanalübergreifenden Dialogkonzepten und digitalen Anwendungen ist mittlerweile „so selbstverständlich wie eine Briefmarke“.

Eugen Kern,
Geschäftsführer argonauten G2 und
stv. Juryvorsitzender

Das Niveau des ddp 2010 war auch in diesem Jahr sehr hoch. Das dialogische Element in Verbindung mit Effizienz-Messung ist das profilierende Kriterium im Wettbewerb und das Differenzierungskriterium zu anderen Wettbewerben. Die Krise 2009, die sowohl die werbungtreibende Wirtschaft wie die Agenturen getroffen hat, fand in der Qualität der Arbeiten nicht ihren niederschlag.

Stärkste Kategorien waren für mich "Digitale Medien", "Mailing" und "Kundenbindung". Bei "Handel" und "D-A-CH" habe ich eine Qualitätssteigerung gegenüber dem Vorjahr erlebt. Während 3D Offline Mailings deutlich weniger präsent waren, nimmt der Trend zu Online und Bewegtbild deutlich zu.

Sehr inspirierend empfand ich die eingereichten Filme zur Verdeutlichung der digitalen Arbeiten. Der Trend zum Web ist ungebrochen, denn kaum eine Arbeit führt nicht direkt ins Web.

Für mich hat die Kategorie "Integrierte Kampagne" Potential für 2011. Die kanalspezifische Umsetzung der Leitidee bietet ebenso neue Chancen wie die Integration von Mobile-Kampagnen.